FAQ – Fragen und Antworten

Ihre Fragen – unsere Antworten

Was bedeutet die Ranghöhe innerhalb der Gruppe für mein Pferd? 

Unter Pferdebesitzern wird nicht selten über die Ranghöhe ihres Pferdes in einer Gruppe diskutiert. Glücklich sind oft die, die sich stolze Besitzer eines ranghohen Pferdes oder gar des ranghöchsten Pferdes nennen dürfen.

Vorab soviel, wenn Ihr Pferd in der bisherigen Haltung ranghoch war, so gehen Sie bitte nicht davon aus, dass dies in der neuen Gruppe auch so sein wird. Bei jeder Neueingliederung eines Pferdes werden „die Karten neu gemischt“. Es sind wir Menschen, die den Rang unserer Pferde bewerten. Für ein Pferd ist der Rang nichts anderes, als sein Platz in der Gruppe. Hat es einen Rang erobert, egal in welcher Stellung, dann bedeutet dies für das Pferd, es ist angekommen in der Sicherheit der Gruppe.

Ein regelrechter „Kampf“ um den Rang findet nicht statt. Das Einfinden in die Gruppe ist meist völlig unspektakulär, nicht mit gegenseitigen Verletzungen verbunden und nur für den aufmerksamen Beobachter sichtbar.

Ist jedes Pferd für die Gruppenhaltung geeignet?

 In den vergangenen Jahren hat ein Umdenken und ein erfreulicher Umbruch in der Pferdehaltung stattgefunden. Die Gruppenhaltung von Pferden wird als artgerecht und natürlich dargestellt und auch als das einzig Richtige für jedes Pferd.

Diese Aussage kann man aber leider nicht so stehen lassen. Denn, auch wenn sich in der Pferdehaltung deutliche Verbesserungen für die Lebensbedingungen durchgesetzt haben, so sind diese nicht mit dem natürlichen Leben und Verhalten der Art Pferd gleich zusetzen. Wir versuchen die natürlichen Bedürfnisse (Licht, Luft, Bewegung, soziale Kontakte und lange Fresszeiten) zu befriedigen, dürfen aber dabei nie vergessen, dass viele Gegebenheiten nichts mit der Natur zu tun haben.

Pferde der unterschiedlichsten Rassen und Altersgruppen, mit völlig verschiedener sozialer Prägung und Aufzuchtbedingungen werden auf einem begrenzten Raum gehalten. Unter diesen Aspekten ist es darum umso erstaunlicher zu beobachten, wie sich eineneue Gruppe findet und sortiert, wie sich nachkommende Pferde einfügen und wie anpassungs- und lernfähig Pferde sind und sich diesen, immer noch unnatürlichen, Lebensbedingungen anpassen. Eine neue Gruppe ist somit, auch nach Klärung der Rangordnungsfrage, eine gewaltige neue Aufgabe für jedes Pferd. Es muss jedes Gruppenmitglied, dessen Sprache, seine Individualdistanz, seine Vorlieben und Abneigungen sowie die gesamte Gruppendynamik kennen bzw. erlernen. Dies kann Wochen, Monate oder ein Jahr dauern. Die Antwort auf die obige Frage, ist in diesem Zusammenhang leider mit einem klaren Nein zu beantworten. Es gibt Pferde, die lernen es nicht und sind überfordert. Entweder können sie dann ihre Bedürfnisse nicht befriedigen oder aber sie sind aggressiv, verletzen andere Pferde und sorgen damit für dauerhafte Unruhe in der Herde. Für diese Pferde müssen dann andere Haltungsformen greifen. 

Hufschutz in der Gruppenhaltung 

Es gibt wohl kaum ein Thema unter Pferdehaltern, das so kontrovers diskutiert wird, wie der Hufschutz ihrer Pferde. Barhuf oder Barhuf mit Hufschuhen, Kunststoffbeschlag oder herkömmlich Eisen…jeder Fachmann und Nichtfachmann hat hierzu seine eigene Meinung.

Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass es Pferde gibt, die insbesondere in der Offenstallhaltung und des dadurch bedingten vermehrten Hufabriebs, langfristig gesehen und auch ohne zusätzliche reiterliche Nutzung, nicht schmerzfrei laufen können.

Nach erfolgreicher Eingliederung in die Gruppe und mit Zustimmung der Hofbetreiber ist bei diesen Pferden ein Beschlag möglich.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Pferde in der Gruppenhaltung sich ständig gegenseitig treten ( oder auch beißen), um einen höheren Rang zu erobern. 

Eingewöhnung und Alltägliches, der Mensch im Offenstall 

Jetzt kommen Sie als Pferdebesitzer ins Spiel. Wie verhalten Sie sich im Offenstall beim Rein- und Rausbringen ihres Pferdes?

Ihr Pferd ist neu und Sie haben Probleme es aus dem Stall zu holen, andere Pferde bedrängen Sie und Ihr Pferd und Sie fühlen sich unsicher? Atmen Sie tief durch und machen Sie sich deutlich, dass auch Sie die Gruppe im Gesamten und die einzelnen Pferde kennen und einschätzen lernen müssen. Da geht es Ihnen anfangs nicht anders als ihrem Pferd.

Bis dies passiert ist und sie sicher geworden sind, lassen Sie sich helfen und bitten Sie um Begleitung.

Beachten Sie grundsätzlich die folgende Regeln:
  • keine Fütterung im Offenstall, auch kein einziges Leckerchen für Ihren Liebling
  • füttern Sie nie andere Pferde, auch kein einziges Leckerchen, weil der „kleine Dicke“ so süß guckt
  • binden Sie Ihr Pferd niemals im Offenstall an, auch nicht, um nur mal kurz die Hufe auszukratzen
  • achten Sie auf Freiraum für sich und Ihr Pferd und führen Sie Ihr Pferd mit Weitsicht

und ansonsten:

Bitte nicht stören!

Entfernen Sie Ihr Pferd zügig aus der Gruppe und bringen Sie es ebenso wieder hinein.

Sie können Ihr Pferd und die Gruppe, gerne stundenlang im Stall oder auf der Weide beobachten, aber unauffällig und ohne in die Gruppendynamik einzugreifen.

die Pferdepension im Bergischen Land